Auf das Umfeld kommt es an - nicht nur im Marketing
© VIGE.co / Fotolia

An der Bar mit Edward...

Zurück

Auf das Umfeld kommt es an - nicht nur im Marketing

Edward trifft wie jeden Abend letzte Vorbereitungen für den großen Ansturm der Gäste, poliert noch ein paar Gläser und überprüft, ob sich alles am richtigen Platz befindet. Als erster Gast kommt Matthias Schenck in die Media Lounge und nimmt direkt an der Bar Platz. 

 

Der Junior Marketing Manager eines Immobilienentwicklers kommt regelmäßig in die Media Lounge, in den letzten beiden Wochen gab es allerdings eine ungewöhnliche Pause.

„Lange nicht gesehen“, wird er von Edward, dem Barkeeper, begrüßt. „Du hast eine hervorragende Bowle am 1. Mai verpasst - alles gut?

„Im Großen und Ganzen schon, im Job ist alles prima, privat könnte es besser laufen.“

Schenck kennt Edward schon länger und berichtet von seinen erfolglosen Versuchen, über das Internet eine Partnerin zu finden, nachdem ein paar Kontaktanbahnungen in der Media Lounge im Sande verlaufen sind. Mittlerweile hat sich noch Gina Wagner an die Bar gesetzt, mit der Schenck nach einigen gemeinsamen Feierabend-Drinks locker befreundet ist. Da sie die Hintergründe von Schencks privater Situation kennt, fängt er noch einmal von vorne an:

„Ich habe jetzt drei oder vier Datingportale und Singlebörsen ausprobiert, aber irgendwie war ich nie richtig zufrieden." Eddy und Gina schauen sich beide vielsagend an: „Jetzt wird es spannend.“

Exkurs: Sie wollen wissen, wie Sie von der Zielgruppe zum Wunschkunden kommen und so neue Verkaufschancen generieren? Anregungen, Tipps und Hilfe bietet das Whitepaper „Dopamin im B2B-Marketing“.

"Ach, die Geschichte ist schnell erzählt: Zuerst war ich bei Friendship24, die werben damit, dass sich alle 13 Minuten jemand über ihre Kontaktbörse verliebt. Also, ich habe jetzt nicht auf die Uhr geschaut und ich bin auch geduldig, aber so richtig passiert ist überhaupt nichts. Die Strategie, die ich mir zurecht gelegt habe, war, erstmal etwas passiv zu bleiben und zu schauen wer mich kontaktiert, aber das war wohl der falsche Ansatz. Dann war ich bei High-Class-Date, dort treffen sich in erster Linie Akademiker und Singles mit eher elitärem Anspruch - eigentlich nicht so mein Ding, was sich dann auch schnell bestätigt hat."

„Warum?“, will Wagner wissen: „Hast Du etwas gegen Porsche-Fahrerinnen?“

„Nein, überhaupt nicht“, erwidert Schenck. „Aber die Mails, die ich dort erhalten habe, wirkten auf mich immer zu zielstrebig. Ich kam mir irgendwie vor wie bei einer Potenzialanalyse. Vielleicht tue ich den zwei, drei Damen, die ich kontaktiert habe, unrecht, aber ich fühlte mich glatt an meine Jahresgespräche erinnert: Was wurde erreicht, was ist geplant, wie kann ich mich weiterentwickeln?

„,Liebe ist eine Sache des Verstands’ - das wäre doch mal ein ordentlicher Slogan für die Elitenbörse“, wirft Eddy ein und alle müssen lachen, selbst Matthias Schenk. „Und wo warst Du noch?“ will Wagner wissen. Eine Gesprächspause bildet sich am Tresenrand und baut sich von Sekunde zu Sekunde zu einer riesigen Blase des Schweigens auf. Eddy ahnt etwas und versucht Schenck aus der Reserve  zu locken: "Nun sag schon, Du warst bestimmt auch bei „Finder“, oder?" Wagner verschluckt sich fast an ihrem Harvey Wallbanger, als die Antwort bereits in Schencks Gesicht ablesbar ist. „Jetzt bin ich aber neugierig“.

„Das war der größte Flop“ räumt der Junior Marketing Manager ein. „Oberflächlich, unbefriedigend, irgend etwas zwischen Quick’n dirty und hohler Poserei - Matthias Schenck setzt ein verzweifeltes Gesicht auf. Und einiges an Geld habe ich alles in allem auch verplempert. Vor allem „High-Class-Date“ war nicht ganz preiswert."

 „Hast Du Dich eigentlich vorher informiert, in welchem Umfeld Du Dich dort jeweils bewegst?“, fragt Wagner. „Ein wenig, aber ich wollte nicht soweit gehen, meine beruflichen Erkenntnisse auf mein Balzverhalten übertragen. Da überlege ich natürlich genau, wie ich meine Zielgruppe erreiche.“

„Ein A/B-Test wäre auch unfair gewesen, zwei Profilbilder, mit Krawatte und ohne, oder mal den Intellektuellen gebend und mal die coole Sportskanone. Oder eine unterschiedliche Strategie: bei Finder eher für die Quickwins und bei High-Class-Date für die langfristige Markenbildung. Jetzt werde ich langsam albern“, räumt Wagner ein.

„Ich habe zwar von Marketing keine Ahnung, aber bei Menschen und bei Marken kommt es doch vor allem darauf an, dass sie authentisch sind. Und genau deshalb mache ich mir auf mittlere Sicht keine Sorgen um Dich, Matthias“, baut Eddy den Junior Marketing Manager auf. Zeitgleich stellt er zwei neue Cocktails vor die beiden Gäste. „Ich habe in der Zwischenzeit mal etwas Neues ausprobiert - auf Rum-Basis.“ „Wow, der ist ausgezeichnet“, zeigt sich Wagner begeistert, „hast Du schon einen Namen für Dein neues Werk?“

„Noch nicht, aber was haltet Ihr davon, wenn wir ihn den „You-can't-hurry-Love“ nennen?“

 


Schön, dass Sie beim Bargespräch dabei waren – kennen Sie schon unseren VIP-Bereich? Dort erhalten Sie Inhalte mit Mehrwert, die Sie in Ihrem täglichen Business direkt umsetzen können – zum Beispiel beim Whitepaper „Dopamin im B2B-Marketing“.

Zum VIP-Bereich geht es hier entlang: Bitte folgen Sie mir!