DSGVO und Co: Viele Unternehmen schränken ihre digitalen Aktivitäten ein
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DSGVO und Co: Viele Unternehmen schränken ihre digitalen Aktivitäten ein

Die DSGVO zieht eine massive Unsicherheit der Digitalbranche nach sich. Dies berichtet der Bundesverband Digitale Wirtschaft, der dazu eine Umfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen gestartet hatte. Das Stimmungsbild der Befragten ist im Großen und Ganzen eher negativ.

43 Prozent der befragten Digitalfirmen gaben an, ihre digitalen Aktivitäten wegen der DSGVO eingeschränkt zu haben. Für die Digitale Wirtschaft sei die DSGVO laut BVDW eine echte Bedrohung: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Unternehmen gab an, dass sich die Datenschutzreform negativ beziehungsweise sehr negativ auf die Umsatzentwicklung auswirken werde. Jedes dritte Unternehmen (34 Prozent) sieht hingegen keine Auswirkungen auf den Umsatz.

„Das ist absolut alarmierend und gibt einen groben Eindruck, mit welcher Wucht eine solche Regulierung unsere Wirtschaft treffen kann“, sagt BVDW-Vizepräsident Thomas Duhr (IP Deutschland). In erster Linie habe die DSGVO zu Unsicherheit geführt – oft sei nicht klar, wie die neuen Bestimmungen angewendet werden müssen. Das Problem seien, so der BVDW-Experte, vor allem unklare Formulierungen der Verordnung und sich widersprechende Vorgaben. Dabei geben fünf Prozent der Befragten an, bereits Abmahnungen erhalten zu haben, die sich auf die DSGVO stützen – 28 Prozent rechnen fest mit solchen Abmahnungen. 

Chance und Risiko

Für Duhr ein deutliches Warnsignal einer fehlgelenkten Regulierung: „Falls die EU-Kommission eine E-Privacy-Verordnung in der aktuell diskutierten Fassung tatsächlich realisieren sollte, wird das dramatische Folgen für die globale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen haben. Hier steht der Technologiestandort Deutschland auf dem Spiel.“

Es gibt aber auch Stimmen in der Branche, die die gesamte Entwicklung weniger dramatisch bewerten. Christian A. Schmitt, Director Media Sales der Haufe Group, konstatiert zwar ebenfalls eine Verunsicherung, warnt aber eindringlich vor Panikmache: „Wir gehen davon aus, dass uns eine Marktkonsolidierung bevorsteht. Marktteilnehmer, die heute schon stark sind, werden noch stärker werden. Zu den Gewinnern werden aber auch jene gehören, die sich frühzeitig an die neuen Marktgegebenheiten angepasst haben“ Schmitt ist davon überzeugt, dass Publisher, die professionellen Qualitätsjournalismus betreiben und entsprechende Werbemittelangebote haben, von der ePVO profitieren werden. Das ausführliche Interview mit Christian A. Schmitt lesen Sie hier.