An der Bar mit Edward...

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Ein Bargespräch über das Schenken oder warum die Mittel den Zweck heiligen

Im heutigen Bargespräch geht es um die Frage aller Fragen: Warum schenken wir uns etwas und was ist eigentlich der Zweck? Die traditionelle Kulturtechnik hat sich über eine lange Zeit entwickelt, ist heutzutage auch im Geschäftsleben fest etabliert und macht auch vor dem Barkeeper Edward in der Medialounge nicht Halt.

Philipp Stemmer schlängelt sich durch den Pulk von Feierabend-Schwärmern in Richtung Bar. In den Wintermonaten ist die Medialounge immer schon ein bisschen früher voll als im Sommer. Edward, der Barkeeper, entdeckt den 30-jährigen Leiter Online-Marketing bereits aus der Ferne und winkt ihn zu sich heran. 

„Herzlich willkommen in der Media Lounge, und schön, dass Du da bist“, ruft Eddy dem Digitalprofi zu. Stemmer ist etwas überrascht ob der überschwänglichen Begrüßung: „Du tust gerade so, als wenn ich ein halbes Jahr nicht hier war.“

„Die Zeit rast – drei, vier Monate waren es bestimmt. Es dauert nicht mehr lange, dann heißt es wieder: ,Alte und Junge sollen nun von der Jagd des Lebens einmal ruh’n.“

Stemmer setzt plötzlich einen etwas merkwürdigen Gesichtsausdruck auf, der von einem leichten panischen Flackern durchwirkt ist. Von Edward darauf angesprochen, klagt der Online-Marketing-Profi dem Barkeeper sein Leid: Es sei doch jedes Jahr das Gleiche, immer die Frage, was er den Menschen, die ihm nahe stünden, schenken solle. Und dann laufe es doch wieder darauf hinaus, dass er per E-Commerce aktiv werde und auf den letzten Drücker unnütze Dinge bestelle, die zur Hälfte erst nach Weihnachten ankämen.

„Wer hat sich das eigentlich ausgedacht, dass man sich gegenseitig Dinge schenkt?“, fragt Stemmer fast etwas vorwurfsvoll.

„Also ich habe just vor ein paar Tagen einen Betrag zu diesem Thema im Fernsehen gesehen. Da hat ein Soziologe wissenschaftlich untersucht, woher die Tradition des Schenkens stammt und welchen Zweck sie erfüllt.“

 „Und woher stammt sie?“ „Genau kann ich mich nicht erinnern, aber es ist schon eine seit ein paar Jahrtausenden gelebte Übung – glaube ich. Und der Zweck ist eindeutig: Damit sollen Bindungen verstärkt werden. Dabei ist eine freiwillige Gabe in unserer Spezies ja alles andere als angeboren. Das haben wir uns in langer Zeit kulturell angeeignet und dann als Tradition weitergegeben.“

Mittlerweile hat Stemmer das zweite Bier vor sich stehen und ist bereits wieder etwas entspannter geworden. Das Gespräch mit dem Barkeeper entwickelt sich rasant über langweilige Geschenke, enttäuschte Gesichter und seltene Volltreffer, bis hin zu der Frage, wie alles miteinander zusammenhängt. Plötzlich fangen seine Augen zu leuchten an.

 „Na klar, Kundenbindung. Im Geschäftsalltag erfüllen Geschenke ja auch den Zweck der Kundenbindung. Sicherlich will man auch eine menschliche Komponente bedienen, aber unterm Strich geht es doch darum, dass einem die Kunden gewogen bleiben.“

Mit den Worten, dass das nächste Bier aufs Haus gehe, hellt sich die Miene des 30-Jährigen noch weiter auf. Mittlerweile ist Isabell Stegner in die Runde dazu gekommen, eine entfernte Cousine des Barkeepers, die auch seit einigen Monaten in der Stadt lebt. Schnell mischt sie sich ins Gespräch ein: „So ein Freigetränk ist ja eher so „Marketing by Best Ager“. Sicherlich kann man heute auch noch viele Menschen mit materiellen Gefälligkeiten begeistern, aber die eigentliche Anerkennung erfolgt doch eher im Immateriellen. Wenn Du einem Deiner Gäste verrätst, welche Zutaten ein leckerer Cocktail hat oder noch besser, ihm zeigst, wie er ihn zu Hause genauso perfekt zubereiten kann, dann ist doch die Bindung viel größer. Gelingt der „Nachbau“ des Lieblingsgetränks daheim, ist die Wirkung enorm: Daran erinnert sich Dein Gast bestimmt noch nach Monaten; das eine Freibier ist doch schnell vergessen.“

Auch Philipp Stemmer beginnt jetzt, nach Parallelen zu seinem Business zu suchen: „Alleine das Thema Whitepaper-Marketing hat in den letzten 20 Jahren immens zugenommen. Da geht es zwar auch um neue Leads, aber indem ich mein Wissen teile und anderen somit helfe, noch erfolgreicher zu sein, ist das auch wie ein Geschenk.

Exkurs: Auch in der Haufe Media Lounge sollen die Very Interested People (VIP) von diesem Ansatz profitieren. Deshalb gibt es im VIP-Bereich zahlreiche kostenlose Whitepaper, die Ihnen helfen, Ihren Marketing-Erfolg zu vergrößern.

„Weißt Du was Philipp, ich glaube, dass ich Dir das Bier doch in Rechnung stelle und Dich an meinem Wissen partizipieren lasse. Dir hat doch im letzten Jahr mein Glühwein so gut geschmeckt, jetzt verrate ich Dir nochmal, wie man ihn annähernd perfekt hinbekommt. Als Basis habe ich einen sehr guten Merlot gewählt - das ist die halbe Miete. Außerdem Zimt, Kardamom und Nelken, ein paar Orangenschalen und Vanille. Die Abrundung bringt eine Prise Muskat...“

„Vielen Dank, Eddy, aber mir sind gerade in unserem Gespräch ein paar tolle Geschenkideen gekommen. Und die werde ich jetzt ganz schnell mal bestellen.“

„Wie Du meinst, aber hoffentlich lässt Du Dich nicht erst an Ostern wieder blicken.“ „Wenn Deine Kundenbindung aus Freibier UND schriftlichem Rezept besteht, werden wir uns schnell wiedersehen“, gibt der Online-Marketer mit einem Augenzwinkern zum Besten, bevor er die Media Lounge verlässt.