Über Content Marketing, den falschen Fokus und die Bedeutung der Ressourcen
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An der Bar mit Edward...

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Über Content Marketing, den falschen Fokus und die Bedeutung der Ressourcen

In dieser Rubrik gibt es das Lounge-Gespräch, das sich nicht in erster Linie nur um Cocktails und deren Rezeptur dreht, sondern auch um die großen und kleinen Nöte des modernen Büromenschen – und den einen oder anderen Ratschlag, mit Augenzwinkern und auch ohne.

„Alles Gute noch zum neuen Jahr“, ruft der Junior Marketing Manager Matthias Schenck mit einem Augenzwinkern über die Bar.

 “Für gute Wünsche ist es ja nie zu spät, allerdings ist der Januar schon fast verstrichen“, antwortet Edward und gibt das Augenzwinkern zurück. „Wo bist du in den ersten Wochen gewesen? Hattest Du Urlaub?“

„Nein, eher im Gegenteil, wir haben in diesem Jahr einige ambitionierte Ziele, und deshalb sind wir bereits nach den Feiertagen fast mit der ganzen Mannschaft gestartet und haben direkt zum Jahresbeginn wieder volle Fahrt aufgenommen.

Während Schenck von den Vorbereitungen zu einer neuen Messeteilnahme berichtet, zerdrückt der Barkeeper einige Limettenspalten und vermengt diese mit Zucker in einem Krug. Als der Junior Marketing Manager zu Ende erzählt hat, sind auch Crushed Ice, Minze, Weißer Rum und ein paar Spritzer Soda-Wasser mit der Zitrusfrucht vermählt.

Mit einer eleganten Handbewegung stellt Edward das Glas vor Schenck ab. „Alles Gute für 2017, auch wenn der erste Mojito im neuen Jahr etwas spät kommt.

Mit einer gespielten Unschuldsmine gibt der Gast zu, dass er bereits einen Mojito im neuen Jahr genossen hat – und zwar nicht in der Media Lounge, sondern in einem angesagten Restaurant, dass seit dem Herbst auch einen Barbetrieb als zusätzliches Angebot aufgenommen hat. „Keine Sorge, Eddy! Das war ein Ausrutscher, der zudem dienstlich begründet war. Wir hatten ein Geschäftsessen und wollten im Anschluss noch etwas trinken gehen, aber der Kunde lehnte partout Ortswechsel ab, so sind wir noch im Baal hängengeblieben.“

Der Junior Marketing Manager versucht die jetzt leicht abgekühlte Stimmung wieder etwas zu heben, indem er bemerkt, dass er dem neuen Konzept des Baal keine große Zukunft einräume: „Das Essen war wie immer einsame Spitze, aber für unseren Absacker hatten wir uns etwas mehr versprochen.“

In dem Moment kommt Peter Streicher, der stellvertretende Marketingchef eines regionalen Energieversorgers, an die Bar. Ebenfalls Stammgast, hatte er Edward bereits aus einem Lounge Sessel zugenickt und macht jetzt nach dem Händewaschen dem Barkeeper die Aufwartung. Edwards Interesse an dem vermeintlichen Wettbewerber ist ungebrochen; er will wissen, warum sein Stammgast das neue Konzept im Baal nicht gefallen hat und warum es nicht gepasst hat?

„So genau kann ich Dir das gar nicht sagen; es war irgendwie der Gesamteindruck, der völlig unstimmig war: Die Bestellungen wurden äußerst langsam entgegen genommen und vor allem auch langsam abgearbeitet. Und auch die Qualität der Cocktails war nicht so, wie man es sich wünscht. Insgesamt drängte sich noch der Eindruck auf, dass die übrigen Mitarbeiter im Service zwischendurch die Bar mitbedienten. Gerade durch den zusätzlichen neuen Eingang im Baal tauchten viele neue Gäste auf, die vorher nicht im Restaurant gegessen hatten.

„Ressourcenmangel. Ein klarer Fall von Ressourcenmangel“, mischt sich Streicher ins Gespräch ein. „Ich habe vor kurzem eine Studie zu Content Marketing gelesen; da werden Probleme beschrieben, die passen Eins zu Eins auf die Situation im Baal.

„Und worum ging es da?“, fragt Schenck. „Um Content Marketing und die Probleme, die die Units haben, wenn sie sich dem Thema widmen; Moment, ich habe es gleich.“ Streicher hat sein Smartphone hervorgeholt und tippt kurz, zieht eine Brille aus der Brusttasche seines Jacketts und liefert eine kurze Zusammenfassung: Die fehlenden Ressourcen seien die größte Herausforderung mit denen die befragten Marketingexperten zu kämpfen haben. Aber auch ein zu knapp bemessenes Budget zur Content-Erstellung (35 Prozent) sowie -Distribution (39 Prozent) stelle die Unternehmen vor Probleme. Außerdem gaben 34 Prozent an, über zu wenig Content-Marketing-Know-how im Unternehmen zu verfügen.

„Beschreiben die da das Baal?“ fragt Edward. „Nana, keine Schmähung von Mitbewerbern“, sagt Schenck mehr im Spaß als Ernst. „Aber tatsächlich könnte man meinen, die haben eine Analyse der neuen Bar im Baal vorgenommen: Keine vernünftig ausgebildeten Fachkräfte, überschaubares Angebot an Zutaten und insgesamt keine Strategie und keine ausreichende Manpower.“

„Hier es geht noch weiter“, ergänzt Streicher: Jeder dritte Befragte kritisiere darüber hinaus die fehlende Bestimmung klarer Verantwortlichkeiten und weitere 30 Prozent sähen noch Optimierungsbedarf bei der strategischen Einordnung von Content Marketing in den Marketingmix.

„Soll das heißen, dass man nichts Neues wagen soll?“, fragt Schenck in die Runde. „Ganz im Gegenteil“, erwidert Streicher. „Aber die Strategie muss stimmen. Und die Ressourcen sollte man vernünftig einplanen.“

„Und dafür Sorge tragen, dass sie überhaupt vorhanden sind“, ergänzt Edward. „Wir werden jedenfalls kein Restaurant in unserer Lounge einrichten – Ressourcen hin oder her. Aber für Eure hilfreiche und interessante Marktbeobachtung geht der nächste Drink aufs Haus.“

„Dann nehme ich noch einen Mojito“, freut sich der Junior Marketing Manager; Streicher bestellt ein Pils: „Unglaublich. Wir reden hier über Ressourcenplanung und unser Barkeeper ist schon beim Thema Kundenbindung angekommen.“

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