Über die professionelle Präsentation und das Gleichgewicht von Logik und Emotionalität
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An der Bar mit Edward...

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Über die professionelle Präsentation und das Gleichgewicht von Logik und Emotionalität

In dieser Rubrik gibt es das Lounge-Gespräch, das sich nicht in erster Linie nur um Cocktails und deren Rezeptur dreht, sondern auch um die großen und kleinen Nöte des modernen Büromenschen – und den einen oder anderen Ratschlag, mit Augenzwinkern und auch ohne.

 

Die beiden Junior Marketing Manager Marie Weiler und Felix Schumacher sind so in ihr Gespräch vertieft, dass sie fast einen Schreck bekommen als Edward, der Barkeeper, ihnen das Pils und den Hugo serviert. Die Media Lounge hat sich auch für junge Berufsanfänger zu einer beliebten After-Work-Anlaufstelle entwickelt und so bilden unter der Woche berufliche Gesprächsfetzen eine Patchworkdecke größerer und kleinerer Sorgen, Flurfunkthemen und beruflicher Erfolgsstorys.

Als guter Gastgeber spürt Edward nach ein paar Minuten, dass die beiden jungen Talente nicht unbelastet in die Media Lounge gekommen sind. Man spürt förmlich die Aura einer bevorstehenden Herausforderung, die sich so deutlich in der Körpersprache der beiden manifestiert hat, dass auch weniger geübte Human-Linguisten als Edward herauslesen können: Da liegt etwas in der Luft.

Weil Schumacher und Weiler schon fast Stammgäste sind, beschließt Edward der Sache auf den Grund zu gehen: „Schmecken Euch meine Getränke nicht? Die dürften ja mittlerweile Zimmertemperatur haben.“

„Ach, Eddy, wir haben ganz andere Sorgen. Ende der Woche sollen wir vor allen Kolleginnen und Kollegen unsere neue Marketingstrategie präsentieren."

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"Vor einem großen Auditorium haben wir zwar auch in der Universität schon oft gesprochen, aber im Berufsleben ist das dann doch noch einmal etwas anderes.“

Der Barkeeper weiß darauf direkt auch nichts zu sagen und überbrückt dies geschickt, indem er den beiden noch einmal ein paar frische Drinks serviert. „Wenn ich es mir recht überlege, dann läuft solch eine Präsentation doch fast nach dem gleichen Schema wie mein Abend in der Media Lounge.“

Fasziniert hören die beiden zu, wie Edward Parallelen zieht zwischen seiner Arbeit und einer professionellen Präsentation: Angefangen bei der sorgfältigen Vorbereitung über die Fokussierung auf den Gast bzw. die Zuhörer bis hin zur Überprüfung des Equipments: „Wenn bei mir das Werkzeug nicht funktioniert, bekomme ich die gleichen Probleme wie Ihr, wenn es bei Euch technische Schwierigkeiten gibt.“

Marie Weiler findet Gefallen daran, noch weitere Parallelen zu ziehen: „Dein Ziel sind zufriedene Gäste, unser Ziel sind überzeugte Kollegen. Das hört sich zunächst banal an, aber mit dieser Grundlage gelingt es uns, noch stringenter unsere Argumentation aufzubauen.“

„Die sollte dann einer gewissen Dramaturgie folgen, das ist bei mir nicht anders. Wenn Ihr mit einem Zitat, einem persönlichen Erlebnis oder einem historischen Ereignis Eure Präsentation startet, wollt Ihre Eure Zuhörer einnehmen.“ Edward vergleicht dies mit dem ersten Getränk am Abend. Wenn er einen Cocktail zaubere, der Qualität hat und den Gast begeistert, dann sei das Eis für den Rest des Abends gebrochen.

Felix Schumacher gehen diese Vergleiche ein bisschen weit: „Im Hauptteil unserer Präsentation geht es ums Ganze, da müssen wir die Leute abholen, sie überzeugen - am besten mit Logik und Emotionalität. Wo soll denn da die Parallele zu Dir sein?“

Eddy lacht: „Stimmt, Logik und Emotionalität sind bei mir keine gleichberechtigten Instrumente; dann schon eher Gegner. Wenn der Gast überlegt, was ein weiterer Long Island Ice Tea für ihn und seine Situation am nächsten Tag im Büro bedeuten, dann bestellt er eher ein Wasser. Oder eine Coke Zero. Oder er geht gleich nach Hause. Das ist logisch. Wenn er die gelöste Stimmung in der Media Lounge auf sich wirken lässt und seinen Aufenthalt wie einen Kurzurlaub vom tristen Alltag genießt, dann wird ihn dieser emotionale Faktor zu weiteren Genüssen verleiten.“

Alle drei sind mittlerweile in ein regelrechtes Parallelen-Such-Fieber gefallen und stellen fest, dass die Dramaturgie ebenfalls entscheidend ist - auch der Barkeeper sollte etwas Überraschendes bieten können, das gleichwohl überzeugt. Oder in der Getränkeempfehlung logisch vorgehen.

In ihrem vertieften Gespräch haben Weiler und Schumacher gar nicht mitbekommen, wie sich Thorsten Hauser, der Chef der beiden Marketing Manager an die Bar begeben hat: „Na, Sie haben ja Nerven: Afterwork-Party zu Beginn der Woche. Steht die Präse für Freitag schon?“

„Wir sind heute ein gutes Stück weitergekommen“, schmunzelt Schumacher, „morgen begeben wir uns an den Feinschliff, dann bekommen sie unser Werk am späten Nachmittag. Wir zahlen dann jetzt auch, Eddy!“

„Ich mache Euch die Rechnung. Und denkt daran. Wenn Schluss ist, ist Schluss. Das ist bei Eurem Auftritt nicht anders als hier: Kurz fassen, knappe Zusammenfassung der Ergebnisse und ein klarer Hinweis auf Euer Anliegen. Ich wünsche Euch viel Erfolg!“

 

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