Von Glühwein, Buyer Personae und der Last des Schenkens

An der Bar mit Edward...

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Von Glühwein, Buyer Personae und der Last des Schenkens

In dieser Rubrik gibt es das Lounge-Gespräch, das sich nicht in erster Linie nur um Cocktails und deren Rezeptur dreht, sondern auch um die großen und kleinen Nöte des modernen Büromenschen – und den einen oder anderen Ratschlag, mit Augenzwinkern und auch ohne.

Edward trifft wie jeden Abend letzte Vorbereitungen für den großen Ansturm der Gäste, poliert noch ein paar Gläser und überprüft, ob sich alles am richtigen Platz befindet. Im Dezember ist in der Media Lounge immer besonders viel los: die klassische hektische Betriebsamkeit vor Weihnachten. In den letzten Wochen vor dem Fest mehren sich die Aufgaben, die noch schnell erledigt werden müssen, berufliche und private Treffen füllen die Terminkalender und nicht selten verursachen die Vorbereitungen für den Heiligabend eine gehörige Portion Stress.

An der Bar sitzen bereits Karsten Haarmann und Frank Schneller; die beiden Marketing Manager lassen den Feierabend bei einem Glühwein ausklingen. Nach den ersten zwei Schlucken ist Haarmann hellauf begeistert: „Wow, das ist der beste Glühwein, den ich je getrunken habe.“ „Stimmt“, ergänzt Schneller. „Was ist da drin?“

Edward antwortet mit einem Augenzwinkern: „Die Rezeptur ist natürlich streng geheim, aber so viel sei verraten: Als Basis habe ich einen sehr guten Merlot gewählt - das ist die halbe Miete. Außerdem Zimt, Kardamom und Nelken, ein paar Orangenschalen und Vanille. Die Abrundung bringt eine Prise Muskat; jetzt habe ich ja doch fast alles verraten, obwohl - das wichtigste ist die Zeitdauer und die Reihenfolge der Gewürze.“

Die beiden Glühwein-Fans prosten sich zu und widmen sich wieder ihren Gesprächsthemen. Heute haben Sie ihr Mediabudget verplant und gehen in Gedanken schon einmal das nächste Jahr durch. Frank Schneller ist in dem Team eher der Fan klassischer Werbeformen während Karsten Haarmann auch gerne neue Wege einschlägt. So gelingt ihnen meistens ein Media-Mix, der alle Anforderungen erfüllt.

„Wir hätten gerne noch zwei Mal den ausgezeichneten Glühwein“, wendet sich Haarmann an Eddy - „…und ich hätte gerne noch ein paar Tipps für ein Weihnachtsgeschenke dazu“, ergänzt Schneller etwas unernst. Während Edward die Becher mit den dampfenden Getränken füllt, fragt er, wer denn beschenkt werden soll.

„Na, dass sind doch die beiden traditionellen Zielgruppen: Frauen und Kinder“, wirft Schneller ein. Haarmann schüttelt den Kopf. „Eine Zielgruppe für Weihnachtsgeschenke - das ist doch viel zu ungenau; wer hier in Zielgruppen denkt geht ein viel zu großes Risiko ein, ein gequält gehauchtes „Danke“ für sein Geschenk zu ernten. Früher als Männer noch Krawatten trugen, bekamen Sie Krawatten geschenkt“. „Oder Socken“, schmunzelt Edward. „Mein Vater bekam immer Socken geschenkt.

„Das Strick oder Seide gewordene Klischee ist das Ergebnis lieb- und zielloser Zielgruppen-Oberflächlichkeit“, echauffiert sich Haarmann. „Generationen von Männern sind nicht selten mit überflüssigen und langweiligen Geschenken bedacht worden - und Frauen mit Parfümflakons, die es in der Anzahl locker mit dem Flaschen-Portfolios unseres kompetenten Barkeepers aufnehmen könnten.“

„Die einzigen glücklich Beschenkten sind die Kinder“, bemerkt Schneller, „und warum? Weil sie mit ihren Wunschzetteln an das Christkind genau das erhalten, was für sie wichtig ist.“

„Also, ich übertrage einfach das Buyer-Persona-Konzept auf alle, die von mir beschenkt werden“, verrät Schneller sein Erfolgsgeheimnis: „Damit liege ich fast immer richtig.“

„Bayer-was?“, mischt sich Edward ins Gespräch ein.

„Buyer-Personas. Eine Buyer Persona-Definition charakterisiert einen typischen Käufer von Produkten oder Dienstleistungen. Welche Art von Kunden würde am wahrscheinlichsten, am schnellsten oder am reibungslosesten einkaufen? Welcher Kundentyp war bisher von dem Angebot eines Anbieters am meisten begeistert? Neben den demografischen Daten wie Position, Branche oder Firmengröße zählt vor allem das Wissen, wo den Kunden der Schuh drückt. Ähnlich kann man es auch für alle Familienmitglieder oder zu beschenkende Freunde aufbauen.“

„Das leuchtet sogar mir ein“, hellt sich Edwards Gesicht auf: Ehefrau, Schwiegermutter, Tochter und Schwester sind zwar alle in der Zielgruppe „Frauen“, aber deshalb viermal Dessous zu kaufen, würde aus dem Heiligen Abend eine eher unentspannte Angelegenheit machen.“

Schneller fängt plötzlich an zu lachen: „Ich habe mir gerade vorgestellt, wie ich das Kaufhaus betrete und dabei im Kopf die „Schmerzpunkte“ meiner Schwiegermutter durchgehe. Die anderen beiden Diskutanten stimmen ein.

Haarmann grübelt: „Ich benötige nur noch ein Geschenk für meine Frau, da habe ich noch keine Idee, aber dafür weiß ich, was ich von ihr bekomme - eine 360-Grad-Kamera.“

„Das ist ja gar keine Überraschung mehr.“

„So etwas kommt vor. Vor allem dann, wenn man sich zu Hause am Rechner bei Facebook einloggt und der Partner sich kurz vorher bei verschiedenen E-Commerce-Plattformen mögliche Geschenke angeschaut hat.“

Edward und Frank Schneller lachen: „Na dann - ein frohes Fest und einen guten Rutsch!

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