Von schiefen und guten Vergleichen und der Erkenntnis, dass am Experten kein Weg vorbeiführt
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An der Bar mit Edward...

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Von schiefen und guten Vergleichen und der Erkenntnis, dass am Experten kein Weg vorbeiführt

Im heutigen Bargespräch geht es noch einmal um die dmexco in Köln, die Bedeutung des Kundendialogs vor Ort und warum man nicht nur beim Mixen von Cocktails den Experten vertrauen sollte.

 

Für einen Mittwochabend ist es in der Media Lounge bereits um 19.00 Uhr extrem voll. Andrea Herrmann, Marketingleiterin einer Softwarefirma, hat sich bis an die Bar durchgeschlängelt und begrüßt Edward, den Barkeeper.  „Was ist denn hier ist los? Kaum kommt man ein bisschen zu spät von seinem Schnupper-Termin in der Yogaschule, sind die Stammplätze an der Bar besetzt.“

„Die Media Lounge ist halt gefragt; darf ich Dir übrigens meinen neuen Kollegen Carsten Plinganser vorstellen“, fragt Eddy die 37-Jährige, die noch etwas abgelenkt wirkt. Herrmann nickt dem Neuzugang in der Media Lounge freundlich zu.

„Probierst Du jetzt Yoga aus, um Deinen Messe-Stress hinter Dir zulassen, oder warst Du in diesem Jahr gar nicht auf dieser Digitalmesse,...“

„...dmexco, dmexco heißt die Messe; doch, wir waren wieder da. Unser Junior Marketing Manager vertrat zwar die Meinung, dass so ein Messe-Engagement im digitalen Zeitalter überflüssig sei, aber mit dieser Ansicht konnte er sich nicht im Team durchsetzen.“ Herrmann berichtet von den Pros und Contras für ein Messe-Engagement und der Barkeeper hört aufmerksam zu. Neben seinen exzellenten Cocktails ist er vor allem deshalb bei seinen Gästen beliebt, weil er ein ehrliches Interesse für deren Anliegen hat.

„Aber warst Du nicht im letzten Jahr wenig begeistert, weil es auf der Messe so voll war?“, fragt Eddy.

„Genau das war das Problem; es war dort so voll wie hier – ziemlich nervig.“

„Och, für mich ist das genau die richtige Frequentierung der Media Lounge", erwidert Edward. Herrmann gibt ihm recht, weist aber darauf hin, dass er nicht nur viele Gäste hat, sondern auch die richtigen, und daran habe die Digital-Messe zuletzt gekrankt: „Stell Dir vor, die Hälfte Deiner Gäste kommt für drei Stunden zum Plaudern und bestellt in der Zeit nur einen Cocktail. Dann würdest Du Dich auch fragen, was falsch läuft.“

„Apropos! Willst Du eine meiner neuen Kreationen ausprobieren – ich könnte Dir einen Tocco Rosso mixen, der ist für die Hitze hier drinnen genau das richtige.“ Andrea Herrmann lässt sich überzeugen, den als Hugo-Nachfolger apostrophierten Drink auszuprobieren. Als die 37-Jährige den ersten Schluck probiert hat, weiß Edward anhand Herrmanns Mimik, dass er einen Volltreffer gelandet hat. „Jetzt weiß ich auch, warum es bei Dir immer so voll ist – Deine Cocktails sind wirklich einsame Spitze.“

„Tja, auch im Zeitalter der Digitalisierung gibt es noch Genüsse, die man nicht virtuell konsumieren kann“, betont Edward. Die Marketing-Leiterin gibt ihm recht: „Ich weiß noch, vor ein paar Jahren waren Online-Messen ein echt heißer Trend, aber irgendwann sollte man doch den Kontakt mit bestehenden und potenziellen Kunden im realen Leben suchen. Und dieser Blick über den Tellerrand ist es, der Besucher auf eine Messe treibt und umgekehrt die Aussteller veranlasst, den Kunden die neuesten Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren.“

Und das hat Edward, der Barkeeper, in seinem Genre auch gerade getan. Herrmann stimmt ihm zu, dass sie wieder den klassischen Hugo serviert hätte, wenn sie sich zu Hause mit Freundinnen oder Kollegen getroffen hätte.

Jetzt mischt sich Carsten Plinganser, der Neue, ins Gespräch ein: „Wenn ich es mir richtig überlege, gibt es noch einen weiteren Grund, weshalb Menschen auf Messen gehen. Dort gibt es Experten für spezielle Themen, die mindestens genauso viel wissen oder können wie ich, idealerweise in ihrem Fachbereich sogar mehr.“

Die 37-Jährige räumt ein, dass sie bei komplizierten Cocktails nie auf die Idee käme, diese zu Hause zu mixen, sondern auf die Erfahrung des Profis setzt. Und dann ist in der Media Lounge die Meinung und das Können von Edward genauso wichtig, wie die Expertise eines Media-Beraters, mit dem sie eine Kampagne entwickeln möchte.

„Sie haben noch einen weiteren wichtigen Aspekt vergessen“, sprudelt es aus Plinganser leicht überheblich heraus. „Unser Hobby-Marketer“, nickt Eddy leicht abfällig in Richtung seines Mitarbeiters. „Irgendwie kommt es ja auch immer auf das Umfeld an“, überlegt der Neue. Ein Cocktail schmeckt in der Media-Lounge besser als an einer Pommesbude.

„Ja, ja, hochwertige Umfelder sind für B2B-Werbung enorm wichtig, das ist alt, aber bewährt“, lässt die Marketing-Chefin den Neuen abtropfen und alle geäußerten Gedanken noch einmal durch den Kopf gehen. „Das waren heute so viel anschauliche Argumente für Messen, ich glaube ich schicke Euch mal unseren Junior Marketing Manager vorbei.“ „Solange er sich nicht nur an einem Bier festhält, sondern auch unsere neuen Cocktail-Kreationen ausprobiert, kannst Du das gerne tun“, lästert Eddy.

Irgendwie war die dmexco in diesem Jahr doch eine richtig gute Messe, denkt sich Herrmann und verlässt mit einem Schmunzeln die mittlerweile leicht geleerte Media Lounge.

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